Autofahrer als neue Sündenböcke der städtischen Klimapolitik

Mein Kommentar zur Vorstellung Was kann Vaihingen fürs Klima tun?
Die von der Stadt beauftragte Energy Effizienz GmbH aus Lampertheim hat ein höchst umstrittenes Klimaschutzkonzept vorgelegt, das die WIV als grün gehyptes Papier empfindet, das an ideologischer Klimahysterie kaum noch zu übertreffen ist.
Der Höhepunkt der Ausführungen von Geschäftsführer Daniel Jung im Technischen Ausschuss war die Forderung, zur CO₂-Reduktion nicht nur die Photovoltaik auszubauen, sondern auch die mit dem Auto zurückgelegten Kilometer deutlich zu reduzieren. Und wer schon fahren müsse, solle sich gefälligst ein Elektroauto anschaffen.
Damit werden die Autofahrer einmal mehr zu den Sündenböcken einer realitätsfernen grünen Politik gemacht. Die Botschaft lautet offenbar: Wer weiterhin mit einem Verbrenner zur Arbeit fährt, verhält sich falsch und soll sich ein teures Elektroauto kaufen.
Diese Forderung ist gerade in Vaihingen an der Enz an Absurdität kaum zu überbieten. Der öffentliche Nahverkehr ist unzureichend, viele Stadtteile sind schlecht angebunden, und auf die Deutsche Bahn ist längst kein Verlass mehr. Zugausfälle, Verspätungen und verpasste Anschlüsse gehören zum Alltag.
Die Menschen benötigen keine moralischen Belehrungen von hoch bezahlten Klimaberatern, sondern eine bezahlbare und zuverlässige individuelle Mobilität, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen, ihre Kinder zu betreuen oder Einkäufe und Arztbesuche erledigen zu können.
Nicht jeder kann im Homeoffice arbeiten, mit dem Fahrrad fahren oder sich mal eben ein Elektroauto samt Wallbox leisten. Wer solche Forderungen aufstellt, lebt offenbar in einer ideologischen Blase und hat den Bezug zur Lebenswirklichkeit vieler Bürger vollständig verloren.
Bezeichnend war außerdem, dass es im Technischen Ausschuss – mit Ausnahme eines Vertreters der AfD – keinen erkennbaren Widerspruch gab. CDU, Freie Wähler und die übrigen Fraktionen und Ihr OB an der Spitze ließen diese pauschale Bevormundung der Autofahrer offenbar widerspruchslos stehen.
So sieht die angebliche Verkehrswende in Vaihingen aus: Erst schafft man keine brauchbaren Alternativen, dann erklärt man das Auto zum Problem und am Ende sollen die Bürger die Rechnung bezahlen.
Thomas Kasan
WIV Sprecher